Nachwuchs im Terrarium

Hallo zusammen,

nach einigen (arbeitsamen) Monaten, komme ich heute endlich mal wieder dazu, hier einen neuen Beitrag zu verfassen, der sich diesmal mit dem Thema „Samennachzucht von Heliamphora und Nepenthes“ befasst. Dazu hab‘ ich einige illustrierende Bilder vorbereitet, die die verschiedenen Stadien abbilden.

Beginnen wir mal mit den Nepenthes, die ja zweihäusige, also getrenntgeschlechtliche Blüten, bilden. Sprich: um Samen zu gewinnen, benötige ich ein männliches und ein weibliches Exemplar. Hatte ich aber ein paar Beiträge weiter unten schon erwähnt, daher geh‘ ich jetzt nicht nochmal gesondert drauf ein. Bei dieser letzten Bestäubung kamen allerdings leider keine keimfähigen Samen heraus. Ich tippe mal, dass der knapp ein Jahr alte Pollen nicht mehr funktionsfähig war. Diesmal stehe ich aber vor dem glücklichen Umstand, dass zeitgleich eine weibliche und eine männliche Pflanze blühen, so dass ich den Pollen heute frisch von der einen auf die andere Blüte transferieren konnte.

Nepenthes talangensis x 'Bill Bailey' (m) Blüte

Nepenthes ventricosa (f) Blüte

Hoffen wir, dass ich diesmal erfolgreich bestäuben konnte und dann in ein paar Wochen Samen ernten kann.

Samen kann man aber nicht nur ernten, sondern selbstverständlich auch kaufen und so hab‘ ich mir in den letzten Wochen auch diverse Samenportionen zugelegt, von denen die ersten jetzt großflächig keimen und andere – gerade frisch ausgesät – noch ein paar Wochen Zeit haben. Als Aussaatmedium habe ich hierbei Verschiedenes ausprobiert und kann Erfolge sowohl von reinem Torf, Torf/Sand/Perlite-Mix als auch von totem Sphagnum vermelden.

Nepenthes fusca x burbidgeae {Kinabalu}

Nepenthes lowii {Trusmadi} x lowii {Murud}

Wechseln wir die Gattung und kommen zu den Heliamphora: Hier gestaltet sich die Bestäubung ähnlich kompliziert, wie bei den Nepenthes. Das Problem besteht bei den Sumpfkrügen allerdings darin, dass der Pollen nicht offen liegt und recht schwer zu gewinnen ist. Dazu kommt, dass die Narbe, das weibliche Organ der Blüte, bereits nicht mehr aufnahmefähig ist, wenn der Pollen reift. Das zwingt dann dazu, den Pollen zu konservieren und erst auf die folgende Blüte aufzubringen. Ist das gelungen, kann man nach ein paar Wochen zwischen wenigen einzelnen und bis zu 100 Samen pro Blüte ernten.

Heliamphora huberi {Angasima}

Heliamphora huberi {Angasima}

Ausgesät habe ich Samen aus insgesamt zwölf unterschiedlichen Selbst- und Fremdbestäubungen, die – bis auf eine gerade erst ausgesäte Portion – auch alle jedoch mit unterschiedlicher Quote gekeimt sind. Als Aussaatmedium kam dabei ausschließlich der bereits oben erwähnte Torf/Quarzsand/Perlite-Mix zum Einsatz, der dabei in 7er Töpfen dauerfeucht im Anstau steht.

Die Keimung der Samen erfolgt zeitlich recht zuverlässig zwischen der vierten und der sechsten Woche. Ein deutlicher Unterschied bei der Keimquote ist zwischen Samen von selbstbestäubten und fremdbestäubten Pflanzen augenscheinlich. Während erstere nur sporadisch keimen, bei mir etwa ein Fünftel der Samen, also 20% Keimrate, kann ich bei ausgesäten Hybriden etwa 90 – 95% gekeimte Exemplare verzeichnen. Es liegt also nahe, dass Kreuzbestäubung bei Heliamphora-Blüten deutliche Vorteile mit sich bringt.

Frisch nach der Keimung sieht das dann so aus:

Heliamphora minor {Auyan}

Nach gut zwei Monaten sind die Keimblätter voll ausgebildet und erste Krugansätze zu erkennen:

Heliamphora arenicola {Tramen} x exappendiculata {Aprada} 'Big Bubble'

Etwa fünf Monate nach der Aussaat sind die ersten juvenilen Krüge voll entwickelt und die Keimblätter beginnen zu verkümmern:

Heliamphora exappendiculata {Aprada} 'Big Bubble' x huberi {Angasima}

Christian

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